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Artikel der Kategorie ‘Meinung’

Environmental vs. Existential sustainability

Juni 04, 2009 Von: pebi Kategorie: Allgemein, Gastartikel, Meinung 1 Kommentar →

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GASTARTIKEL von Petra zum Thema “Nachhaltigkeit” (englisch)


Prestory: “The Asp Ladder”

Fischleiter in Uppsala

Fischleiter in Uppsala

During the last couple of years Uppsala municipality has spent 15 million SEK, 2,5 million USD, to build a fish ladder in the small river of FyrisÃ¥n, running through the center of Uppsala. Due to interferences into the river in the centre of Uppsala over centuries when building bridges, terraces and so on, the asp has for 170 years been unable to swim upriver to spawn, and therefore the number of fish has decreased rapidly. The Asp is an official marker of Uppsala County, but has hardly been seen at all for a century. It never was commercially important, and Carl von Linné claimed it had bad taste. However, the fish ladder was built to enable the Asp once again to spawn upriver and increase the number of fish. (weiterlesen…)

Bachmann, eine literarische Biedermeierin?

Mai 15, 2009 Von: cneu Kategorie: Allgemein, Gastartikel, Meinung 1 Kommentar →

 

GASTARTIKEL von C.neu mit Bezug auf “Ingeborg Bachmanns Politik samt Kommentar.

 

biedermeier

Spanische Öffentlichkeit

Die/der Klügere gibt nach!“. Eine Weisheit – von vielen geteilt. Meistens verwendet, um zu verdeutlichen, es sei nicht wert über etwas zu streiten. Stimmt das? Setzen sich die “Dümmeren” wirklich durch? Und heißt das, “Dumme” werden für uns entscheiden? Ist es denn wirklich klug wissentlich einer “dümmeren” Entscheidung zu folgen? Demokratie ist mehr als alle vier Jahre ein Kreuzchen zu zeichnen. Demokratie lebt von der Partizipation seiner Mitglieder. Die Artikulation der eigenen Interessen ist notwendig, um Aufmerksamkeit und Bewusstsein für eine Problemlage zu schaffen. Das ständige Ausverhandeln um die jeweiligen Interessen soll virulentes Durchsetzen der eigenen Interessen verhindern und den Einzelnen ermutigen sich auszudrücken. Trotzdem nehmen viele dieses Recht nicht in Anspruch – von der Pflicht sei erst gar nicht gesprochen.

Wieso ist das so? Bringt es sich tatsächlich nichts? Erscheint es als “nicht klug”? Die Nicht-Partizaption des Einzelnen bedeutet einen Rückzug des Politischen von der Öffentlichkeit ins Private und kann als Nachgeben seiner eigenen Interessen gegenüber eines Kafka’schen Schlosses verstanden werden – eine Tendenz? Wenn das Individuum seine bürgerlichen Rechte/Pflichten in der Öffentlichkeit nicht wahrnimmt, werden diese in das eigene Haus getragen. Zweifellos ist die Rolle Ingeborg Bachmanns als wertvolle Literatin unbestritten und auch von “unpolitisch” und “politikverdrossen” kann nicht die Rede sein (vergleiche ->). Ihre politischen Inhalte kommuniziert sie leise und latent. Ingeborg Bachmann kann als Sinnbild für ein modernes Politikverständnis gesehen werden,  das sich dadurch charakterisiert, Politik vorrangig privat zu halten – in den eigenen vier (literarischen) Wänden. Jeder kann sie besuchen kommen und ihre Bücher lesen. Das Schreiben von Büchern, Kommentaren oder das Erstellen von Internetpostings und -blogs zeugt davon politisch zu sein, nicht aber davon demokratisch zu sein. Wie dieser Internet-Artikel bewegt sich der latent-politische Inhalt Bachmanns in seinen eigenen vier Wänden. Er ersetzt nicht die eigene Partzipation in der Öffentlichkeit. Die jeweiligen Lesekreise sind in ihrer Reichweite begrenzt.

Bachmann kann daher nicht als unpolitisch oder politikverdrossen bezeichnet werden, da sie latent-politische Statements kommuniziert, aber eben fast ausschließlich im privaten (Leser-) Kreis, der das Engagement in der Öffentlichkeit nicht ersetzt und allenfalls als Vorstufe betrachtet werden kann.

Gab die kluge Ingeborg Bachmann nach?

Ingeborg Bachmanns Politik

Mai 11, 2009 Von: tocomei Kategorie: Allgemein, Meinung 2 Kommentare →

muttertag

Dies ist nicht Ingeborg Bachmann.

Gestern war Muttertag. Was hat der Muttertag mit Ingeborg Bachmann zu tun? Dies wird an dieser Stelle nicht beantwortet.

Vielmehr werden andere Fragen gestellt: Ingeborg Bachmann, bedeutende österreichische Lyrikerin und Prosaschriftstellerin des 20. Jahrhunderts, Verfasserin des Romans (?) “Malina”. Aus gegebenem Anlass wurde mir in den letzten Tagen Bachmanns Umgang mit der Öffentlichkeit (Interviews) näher gebracht. Sie hat es nicht geliebt sich der Öffentlichkeit verbal anzuvertrauen: “Ich sag`es lieber mit den Worten, die ich geschrieben habe“. Das Äußern über öffentlich-politische Angelegenheiten, das Stellung-Beziehen und alles in allem das von ihr verlangte  - aber vermisste – “politische Engagement”, dies alles berührte sie unangenehm. Was sie zu “sagen” hatte, das tat sie in niedergeschriebener Form, “denn dafür schreibt man ja!” All jene Mühlbauers aber, welche sich den Kopf über das Autobiographische an “Malina” zerbrachen und vergeblich eine klare politische Aussage in eben diesem Werk suchten, scheiterten daran, ihrer Leserschaft die (politische) Person Ingeborg Bachmann näher zu bringen. Denn konkrete Meinungsäußerungen zu “künstlichen Problemen” der Gesellschaft, diese überließ sie lieber den Politikern. Weiter noch, ist solches für sie auch nicht Aufgabe einer Schriftstellerin oder eines Schriftstellers. 

Welche Rolle sollen aber SchriftstellerInnen – und andere Intellektuelle – in einer Gesellschaft übernehmen? Ist es wirklich erstrebenswert, das Feld der Politik den PolitikerInnen zu überlassen? Oder ist dies bloß eigennützige Einstellung einer scheuen Schriftstellerin, die sich nach Rom zurückgezogen hat, um ungestört über Österreich schreiben zu können? Österreich, als für sie zur Ruhe gekommener Ort, der sich aus der Weltgeschichte verabschiedet hat. Als Lokalität, die eine gewisse objektive Perspektive auf den geschäftigeren Rest ermöglicht. Wurde nun aber zurecht mehr politisches Engagement von ihr verlangt? Hätte sie sich, aus ihrer österreichischen “objektiven Perspektive” heraus, mehr am politischen Diskurs beteiligen sollen? Hier geht es freilich nicht um die Frage eines Versäumnisses und damit verbundener Schuld. Es soll die Frage gestellt werden, welche Rolle der und des Intellektuellen aus Bachmanns zurückhaltenden Äußerungen skizziert werden kann. Damit verbunden scheint mir eine gründliche Ablehnung der (österreichischen) politischen Öffentlichkeit mit alle ihren Scheinproblemen, Scheinantworten und der journalistischen “Berichterstattung in Abhängigkeiten”. Äußerungen von ihrer Seite dazu, bezeichnet sie  als schlicht “nicht maßgeblich” – sind ihr dafür vielleicht gar zu schade?

Ihre Zurückgezogenheit und Vorsichtigkeit, ihr Unwille zum verbalen politischen Statement, all das muss freilich akzeptiert werden – dies steht ohnehin außer Frage. Was sie mitteilen wollte, das tat sie in geschriebenen Worten. Und in eben diesen lagen wahrscheinlich vielfach konkretere politische Äußerungen, als der eine oder andere Interviewpartner erkennen konnte. Dennoch trägt das Beispiel der zu früh gestorbenen Autorin einiges zur sehr aktuellen Politikverdrossenheit bei. Es impliziert, basierend auf ihrem Gefühl des Unvermögens, eine sehr österreichische Abneigung gegenüber politischer Beteiligung. Die (junge) Gesellschaft kehrt der Politik den Rücken zu. Selbst Intellektuelle überlassen die Politik den PolitikerInnen. Das verbreitete – und mir sehr vertraute – Gefühl der Unerheblichkeit eigenen Engagements ist tief in der gegenwärtigen Gesellschaft verankert. Aber dabei einfach sitzen bleiben? Kasperl und Pezi Politik machen lassen? Intellektuelle, die sich aus der Politik heraushalten, ihre Meinung für nicht maßgeblich erachten? Resignieren – Abschalten – Ablenken. Nun, Bachmann selbst fand ihre Erleichterung im Schreiben – das war ihr Weg, sich der Öffentlichkeit zu öffnen. Das war Bachmanns Politik?

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K.P. (2009): Ingeborg Bachmann – Interviews, Diplomarbeit der Germanistik, Universität Wien

Meine Entscheidung

April 30, 2009 Von: tocomei Kategorie: Allgemein, Meinung Noch keine Kommentare →

Offizielles Logo

Europawahl

Am 7. Juni findet die EU-Wahl statt. Wen wählst du? Wenn man den Umfragen Glauben schenken darf, wissen die Wenigsten über die anstehende Wahl Bescheid, und noch weniger haben eine konkrete Vorstellung davon. “Die Zeit” schreibt in diesem Zusammenhang (Europa-Wahl: “Abendland in Christenhand”) über Österreich:

“Passt auf, was in Österreich passiert, kann auch bei euch passieren: von politischer Einfalt über Rechtspopulismus und Xenophobie zu Europaverdruss und Demokratiemüdigkeit. Alles, was da gerade probiert wird, kann überall zum Erfolg werden. (…)Zum Beispiel demnächst, bei der Europawahl. Nur 21 Prozent der Österreicher, die neuerdings ab dem 16. Geburtstag wahlberechtigt sind, haben derzeit die Absicht, an der Europawahl am 7. Juni teilzunehmen. Dieses Umfrageergebnis von Anfang April sorgte für viel Aufmerksamkeit, vor allem unter den zwar nicht mehr ganz so großen, aber immer noch führenden Volksparteien der rechten und linken Mitte.”

Welche Emotionen sind mit der Wahl des Europäischen Parlaments verbunden – bzw. fehlt es an jeglicher Verbundenheit? Wie nehmen wir das bestehende Parlament wahr? Welche Beschlüsse hast du in letzter Zeit verfolgt oder zumindest registriert? Ohne Zweifel, mit der Popularität des EU-Parlaments ist es schlecht bestellt. Mit der angedachten (und zu Recht gescheiterten!) EU-Verfassung wäre eben diese Institution gestärkt worden – eine der (unterliegenden) positiven Implikationen des Vertrages. Wieso wir auch gerade deshalb zur Wahl gehen sollten, liegt auf der Hand: Es muss bewiesen werden, dass ein Interesse an der demokratischen Beteiligung (auf EU-Ebene) besteht. Auch wenn viele mit der Art und Weise der Europapolitik unzufrieden sind, muss die Möglichkeit der Mitbestimmung genutzt werden. Denn entschieden wird auch ohne uns! Hierzu von offizieller (europäischer) Seite:

Mit Ihrer Teilnahme an den Wahlen zum Europäischen Parlament entscheiden Sie mit, wer in den kommenden Jahren wichtige Entscheidungen über Ihre Zukunft und den Lebensalltag von fast 500 Millionen Europäern maßgeblich beeinflusst. Wenn Sie sich nicht an der Wahl beteiligen, entscheiden andere an Ihrer Stelle, wer im einzigen direkt gewählten EU-Organ die Bürgerinnen und Bürger vertritt. In den kommenden fünf Jahren gestalten die im Juni 2009 gewählten Europa-Abgeordneten die Zukunft Europas. Stimmen Sie für ein Europa, das Ihren Vorstellungen entspricht (www.europarl.europa.eu).

Selbst wenn deine Stimmung der EU-Integration gegenüber verhalten sein sollte, soll dies bei der Wahl kundgetan werden. Auf keinen Fall aber, darf den rechten Parteien die kritische Position gegenüber der “EU-Bürokratie” überlassen werden!

Wen wählen? Die Parteien sind zahlreich, die Inhalte noch zahlreicher. Hilfreich und informativ ist hierfür der EU-Profiler. In 30 Fragen wird deine Einstellung zu verschiedensten politischen Themen abgefragt. Anschließend wird dir deine politische Position samt Übereinstimmung zu österreichischen (aber auch europaweiten) Parteien anschaulich vor Augen geführt. Einstellungen der jeweiligen Parteien zu den Themen können detailliert nachgelesen werden.

Mein Ergebnis (Bilder zum Vergrößern anklicken):

Position innerhalb des österreichischen Parteienspektrums

Position innerhalb des österreichischen Parteienspektrums - Demnach scheinen meine Antworten mittig zwischen den Grünen, der SPÖ und der KPÖ zu liegen.

Übereinstimmung (Österreich)

Übereinstimmung (Österreich)

Übereinstimmung (europaweit)

Übereinstimmung (europaweit) - 80,4% Übereinstimmung mit den Schweizer Sozialisten (PS, PSS und SP) und der Spanischen Linken (IU).

Einstellungsfläche - Das aussagekräftigste Modell zeigt meine Einstellungen als Fläche. Vergleichend dazu jene der Grünen.

Einstellungsfläche - Das aussagekräftigste Modell zeigt meine Einstellungen als Fläche. Vergleichend dazu jene der Grünen.

Meine Wahl scheint noch offen… Und deine?