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GASTARTIKEL von C.neu mit Bezug auf “Ingeborg Bachmanns Politik“ samt Kommentar.
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Spanische Öffentlichkeit
“Die/der Klügere gibt nach!“. Eine Weisheit – von vielen geteilt. Meistens verwendet, um zu verdeutlichen, es sei nicht wert über etwas zu streiten. Stimmt das? Setzen sich die “Dümmeren” wirklich durch? Und heißt das, “Dumme” werden für uns entscheiden? Ist es denn wirklich klug wissentlich einer “dümmeren” Entscheidung zu folgen? Demokratie ist mehr als alle vier Jahre ein Kreuzchen zu zeichnen. Demokratie lebt von der Partizipation seiner Mitglieder. Die Artikulation der eigenen Interessen ist notwendig, um Aufmerksamkeit und Bewusstsein für eine Problemlage zu schaffen. Das ständige Ausverhandeln um die jeweiligen Interessen soll virulentes Durchsetzen der eigenen Interessen verhindern und den Einzelnen ermutigen sich auszudrücken. Trotzdem nehmen viele dieses Recht nicht in Anspruch – von der Pflicht sei erst gar nicht gesprochen.
Wieso ist das so? Bringt es sich tatsächlich nichts? Erscheint es als “nicht klug”? Die Nicht-Partizaption des Einzelnen bedeutet einen Rückzug des Politischen von der Öffentlichkeit ins Private und kann als Nachgeben seiner eigenen Interessen gegenüber eines Kafka’schen Schlosses verstanden werden – eine Tendenz? Wenn das Individuum seine bürgerlichen Rechte/Pflichten in der Öffentlichkeit nicht wahrnimmt, werden diese in das eigene Haus getragen. Zweifellos ist die Rolle Ingeborg Bachmanns als wertvolle Literatin unbestritten und auch von “unpolitisch” und “politikverdrossen” kann nicht die Rede sein (vergleiche ->). Ihre politischen Inhalte kommuniziert sie leise und latent. Ingeborg Bachmann kann als Sinnbild für ein modernes Politikverständnis gesehen werden,  das sich dadurch charakterisiert, Politik vorrangig privat zu halten – in den eigenen vier (literarischen) Wänden. Jeder kann sie besuchen kommen und ihre Bücher lesen. Das Schreiben von Büchern, Kommentaren oder das Erstellen von Internetpostings und -blogs zeugt davon politisch zu sein, nicht aber davon demokratisch zu sein. Wie dieser Internet-Artikel bewegt sich der latent-politische Inhalt Bachmanns in seinen eigenen vier Wänden. Er ersetzt nicht die eigene Partzipation in der Öffentlichkeit. Die jeweiligen Lesekreise sind in ihrer Reichweite begrenzt.
Bachmann kann daher nicht als unpolitisch oder politikverdrossen bezeichnet werden, da sie latent-politische Statements kommuniziert, aber eben fast ausschließlich im privaten (Leser-) Kreis, der das Engagement in der Öffentlichkeit nicht ersetzt und allenfalls als Vorstufe betrachtet werden kann.
Gab die kluge Ingeborg Bachmann nach?