People are strange
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Valladolid - im Sande gebaut
wien ist das neue valladolid. der blog bekommt einen neuen standort. standorte sind für blogs bekanntlich sehr wichtig. das gefühl der ferne wird als charakteristikum in die ferne gerückt werden. zwischen wien und valladolid passt neben einer fülle an raum nun bereits einiges an zeit.
was bleibt von valladolid? eine stadt nahe an spaniens hauptstadt. so nah, dass sie in deren schatten vor sich hinchillen kann. abseits von allzu viel aufmerksamkeit, moderne, EUropas einflüssen… erasmen als fremdköperlichkeiten. eine stadt, die das spanische leben lebt, wie es sich auch zu francos zeiten zu leben pflegte. so wenig ich hierbei den mir sowieso unmöglichen vergleich anstrebe, so sehr suche ich dennoch die betonung der spürbaren kontinuität einer solchen miefig, gesamtspanischen lebenseinstellung, der latenten feindseligkeit gegenüber andersartigkeiten. fasciadolid, du oft gehörter kosename.
valladolid als meine hauptstadt spedens. speden ist groß, valladolid weit im süden. spedens ende hingegen weit im norden. spanien und schweden, in zweisamkeits-poesie verschmolzen. ein land für ein jahr. eine stadt zum verlassen. sie hinter sich zu lassen bedeutete die zweisamkeit im norden zu finden. in ihr zu leben bedeutete, von anfang an,  zu vergessen. der erste sonntag rückte sie allzu sehr in spedens abseits. armes valladolid.
speden. rausch der zeit. das rauschen mag nicht verklingen, immer noch tönt es in den ohren. wird leiser, verständlicher gar. people are strange. also mach sie dir vertraut, die gesichter. suche sie, eigne sie dir an. werde ein teil, wenn auch ein teil eines gemeinsamen fremdkörpers, der nur nach und nach an fremdartigkeit abzulegen vermag. bis er zerfällt. so rasch wie er entstanden ist. er explodiert, orgiastisch, und schleudert die einzelteile zurück an ihren platz. doch so mancher teil bleibt vollgesogen mit rausch und berauscht sein altes umfeld aufs neue.
ohne zweifel, du wurdest über weite strecken unfair behandelt, liebe schattenstadt! lang hats gedauert, bis man dich sein ließ wie du bist. lang hats gedauert, bis man sich in dir erkannte und seine rolle in dir akzeptierte. denn die bühne, die du abgeben solltest und wolltest war allzu schwer zu bespielen, in den iden des septembers nullacht.
fremde bühne, früher sturz, krankes taumeln, hängen in nordischer luft. berauschtheit, leben zwischen fiesta und siesta, gastspiele in ganz speden, zerissenheit. das stück eilte dahin, wurde gegen ende hin unüberschaubar schwer an gewelltheit. der vorhang fiel, der kater folgte. speden zerfiel, valladolid hat seine mittigkeit zurück.

Januar 11th, 2010 at 20:59
vorhang auf für neue ferne und neues fremdsein! (denn wie oft wechseln sich fern und nah ab, in windeseile, so unvorhergesehen, dass ich den worten gar nicht mehr trauen mag.)