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Artikel der Kategorie November, 2009

Geschenke, geöffnet, ungeöffnet

November 11, 2009 Von: tocomei Kategorie: Texte Noch keine Kommentare →

Replik auf “Der Billigfrisör drückte mir…”

geschenke, geöffnet, ungeöffnet, oft net offen sondern einfach zu, zu offensichtlich fehl ab platze, platzend aus nähten, na halboffen wie sie sind, verbergen das wenig wichtige, berge an papier, geschlossene hoffnung nicht mehr, meer aus unzulänglichkeiten, am ende noch, doch noch geschrieben, und nicht der mühe wert, unbeherrscht zu sein.
turban trifft bald auf nacktheit. shampoo vom billigfriseur schäumt mehr gemein als umgemein, so dass die kleinheit des beckens ungeschickt für noch mehr sexuelle spannung sorgt, während nacktheit noch nicht auf turban trifft.
höflichkeiten fordern einem die sterne vom himmel. sterne sind fragen, fragen die man zu fragen nur fraglich bereit ist zu fragen und dann doch gefragt werden, weil man sich sonst die frage stellen müsste, ob das nichtfragen der frage den anderen auf fragliche weise unstimmig stimmen würde, stimmts?
der wunsch, dem hofe gefällig zu sein, welcher sie ihre frage lesbengerecht formulieren ließ. wie treffend, ins bunte getroffen. ihr gefühl so bestärkt. der turban traf die wahl der worte und trifft nacktheit zu recht.
welch gefälligkeit der illusion, wenn die spärliche dusche auf sportliche körper trifft.
welch unsicherheit gegenüber arroganzen, wenn der sich als eindringling empfindende turban die frage nach zurückgewiesener geschenktheit unter seinem taschentuch begräbt.

ferner rausch: so nah dran, deinen alltag zurückzugewinnen, sitzt du innerlich, volker(!) konzentration, und bemerkst nicht, dass man den heutigen tag mittwoch heißt… nun, ein sonntag denkt an dich und schickt dir all seine motivation für den morgigen letzten, fernab von alltag.

Biologie der Seele

November 09, 2009 Von: tocomei Kategorie: Texte Noch keine Kommentare →

als Replik auf Notizen beim Lesen des Artikels „Die Biologie der Seele“

und irgendwie sieht er doch in einen spiegel, wenn er seinen bruder sich gegenüber stehen sieht. es ist eigenheit des spiegels, dass er die augen auf das eigene lenken, nicht aber mehr transparenz herstellen kann. dir kommen bewegungen bekannt vor, du siehst dich in gesten und haltungen wider, ein lachen lacht dir ein eigenes vor.
und doch, was die gene abseits von gemeinsamer sozialisation geschafft haben, bleibt zwar dem spiegel nicht verborgen, dringt aber ebensowenig ins innere vor. zwanzig jahre unterschiedlichkeiten haben uns unterschiedlich gemacht. die bewegungen gleichen sich, die gedanken dahinter sind andere.
charaktereigenschaften, die diese genketten zu vereinen scheinen, sind zweifellos mitunter mitgegeben, aber meines erachtens in nur geringerem teile. die sozialisation trennt, in unserem fall trennte sie stetig.
eingriffe in solche prozesse scheinen über weite strecken prahlerei oder im besseren falle verheißung zu sein. unglaublich gering ist nach wie vor das wissen über vorgänge und eigenheiten in unserer gedankenwelt. das gehirn, dass sich selbst nicht verstehen kann. der freie wille, der durch sich selbst eine ungemeine einschränkung erfährt. träume, die einem das eigene unwissen vorhalten und doch nur so geringe einblicke ins es geben.
ein traum, der mich busfahren lässt. in der letzten reihe und doch zwischenzeitlich vorn an die scheibe gebunden verweilen lässt. links ein wesen, dass mehrere in sich vereint und als die beziehungsseite bezeichnet werden könnte. rechts, ebenfalls weiblich, das andere, das neue, das spannendere?
und so kommuniziere ich und wende mich dabei immer weiter nach rechts. bis schließlich von linker, gekränkter seite die aufforderung zu mehr aufmerksamkeit kommt, welcher ich mich entschlossener denn je mit einem klaren „nein“ entgegensetze. Nein, ich muss gar nichts!

Er geht nicht raus, nicht früh, nicht spät.

November 05, 2009 Von: tocomei Kategorie: Texte Noch keine Kommentare →

als Replik auf “Sie verließ das Haus sehr früh…”

er geht nicht raus, nicht früh, nicht spät. er lauscht und schaut, er schenkt dem fenster nähe, er durchblickt es, er durchschaut es. bewegungen fließen inmitten des raumes, lichter, umrahmt von geräuschen und doch so getrennt und unwahr.
er fleht um klarheit, er ist der hoffnung überdrüssig, müde macht sie ihn, schwer und behebig. die zeit ist ein rauschen, ein rauschen tritt zu seinen ohren und rauscht hindurch um inmitten der beiden wiederum nur auf ein rauschen zu treffen. welch rausch, welch ablenkung, welch gefühlsstau, welch ungewissheit, welch hoffnung, potenzial, traumhaftigkeit und glück.
wie vielfältig sich doch pläne spinnen und gleichsam falten lassen um sich doch als einfältig, ja als spinnerei sich zu empfehlen.
ein fallen ists, das sie ruhen lässt, das sie aus ihrer schuld zu befreien scheint, der angedachten. eine mulde ists, eine grube gar, die sie aus ihrem loch befreit. eine verletzung ists, eine verhinderung, eine behinderung des aufrechten ganges, die sie auf andere wege bringt. das leben als ambivalenter streich, als beidseitig gestrichenes butterbrot, schwer in händen zu halten und doch bekömmlich? leicht, gleichsam zielsicher gestrichen auf einer lebensgroßen(!) violine, und doch gestrichen, durchgestrichen, gelöscht, beendet und abgeschlossen wie das kapitel durch den punkt.
über und darüber.
und so sitzt sie nun da, im hopp`schen raum. wir dürfen sie sehen in diesem moment, fernab des punktes, dran vorbei. punktuell wohnen wir diesem bilde bei. sie sitzen, verbunden in feuchter nähe, nähe die löst, nähe die rinnt, nähe die neues schafft, kraft.
du kennst das vorher nicht, du kannst das spätere nur erahnen, deine kreativität ist frau über den moment. das licht ist klar, der pinselstrich unverspielt. wenn schultern gutes tun.
und durch andere geschriebenes rauscht durchs bild: hab irgendwie angst, dass wir das gefühl auf die dauer zerreden, vll eher zerschreiben… was mir für mich zwar die einfachere lösung wär, aber ws die falsche!
so kams, dass er sein eigenes fenster durchschaute und den bewegungen ihr draußen nahm. so wie eine geschichte ein draußen schafft, um inneres zu berühren. und so sitzen sie gemeinsam, er im rausche und sie verletzt und doch fernab der mulde, sitzen und lauschen ihrer worte, die so schön klingen, lauschen, gehen nicht raus, nicht früh, nicht spät.